Mario und der Zauberer
Thomas Mann

Drama , ,

Mario und der Zauberer

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Relato disponible en Alemán


Die 1930 erschienene Novelle »Mario und der Zauberer«
steht in mehr als einer Beziehung in der Mitte von Thomas Manns Lebenswerk. Von
den groÁŸen Romanen liegt »Der Zauberberg« sechs Jahre zurück, jene tiefbeunruhigende
Zeitanalyse, die d ...

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Nombre: Mario und der Zauberer


Escrito por: Thomas Mann

Tipo de documento: EPUB   

Tipo: Ficción

Género: Relato

Temas: Drama , ,

Número de páginas: 55

Idioma del fichero: Alemán

Año de publicación: 1930




SINOPSIS:

Die 1930 erschienene Novelle »Mario und der Zauberer«
steht in mehr als einer Beziehung in der Mitte von Thomas Manns Lebenswerk. Von
den groÁŸen Romanen liegt »Der Zauberberg« sechs Jahre zurück, jene tiefbeunruhigende
Zeitanalyse, die die erste Hälfte von des Dichters Schaffen abschloÁŸ, die Werke
der Bestandsaufnahme »seiner Zeit«. Diese Epoche umfaÁŸt auÁŸer dem »Zauberberg«
die »Buddenbrooks« (1901), gleichsam den Abschied vom »groÁŸen neunzehnten
Jahrhundert«, dessen Sohn zu sein sich Thomas Mann immer gerühmt hat, ferner
»Königliche Hoheit« (1909), jenes »Lustspiel in Romanform«, und schlieÁŸlich
auch die »Betrachtungen eines Unpolitischen« (1918), die der
Fünfundsiebzigjährige als »Vorarbeit« zum »Zauberberg« bezeichnet und in denen
es ihm »um die Verteidigung von Geist und Kunst gegen Politik« ging. In der
zweiten Hälfte seines Romanschaffens wendet Thomas Mann sich ganz dem
»Mythischen« zu. Ganz greifbar ist diese Wandlung in der groÁŸen Tetralogie
»Joseph und seine Brüder« (1933 bis 1943), aber auch die Goethezeit der »Lotte
in Weimar« (1939) ist schon mythisch entrückt, wenn auch unserem BewuÁŸtsein
nicht so fern wie die mittelalterliche Welt des »erwählten« Gregorius auf dem
Steine (1951); und auch sein groÁŸer Altersroman trägt nicht umsonst den
mythischen und typisierenden Titel »Doktor Faustus« (1947). Auf dem Gebiet der
Novelle wiederholt sich der gleiche Wandel: Die Erzählungen aus dem ersten
Jahrzehnt unseres Jahrhunderts, aber auch »Der Tod in Venedig« (1913); die
»Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« (1922) und vor allem »Unordnung und
frühes Leid« (1926) sind in Problematik und Stoffwahl zeitgenössisch. »Die
vertauschten Köpfe« (1940) und »Das Gesetz« (1944) scheinen in die Ferne der
indischen oder altjüdischen Legende gerückt. Der »Mario« aber trägt alle
Kennzeichen eines »Werkes der Mitte«.
Denn auf der einen Seite ist in ihm Thomas Manns Kunst
des psychologischen Realismus zur Meisterschaft gesteigert. Die skeptische
Ironie, mit der sich der Dichter immer wieder ”etwa in den unmittelbaren
Anreden an den Leser” als Erzähler von seinem Gegenstand distanziert,
verhindert nicht, daÁŸ aus seinen Worten nicht nur Landschaft, Milieu und
Menschen deutlicher entstehen, als wären sie durch die Linse gesehen, auch Luft
und Spannung, Geräusche und Gerüche werden unverwechselbare Wirklichkeit. Der
Schauplatz ist hier international, und weltbürgerlich ist der Geist des
Betrachters, der die chauvinistische Beschränktheit so tödlich treffend
zeichnet und als Anwalt der Humanität so feine Formulierungen findet wie die
über den Unsinn der »patriotischen Kinder«. Und doch erschöpft sich unsere
Novelle nicht in der Freude am Beschreiben, in der produktiven »Neugier« des
Schriftstellers, für den »Merkwürdigkeit in sich selbst einen Wert bedeutet,
unabhängig von Behagen oder Unbehagen«; unvermerkt steigt aus diesem
italienischen Milieu ein unheimlich gewittrig UnfaÁŸbares herauf, ein Scirocco,
der schon von der ersten Zeile der Erzählung an die Seele des Lesers bedrückt.
Gerade das »Politische«, das in der Zerrform des nationalen Eigendünkels immer
wieder neue Unerquicklichkeiten hervorruft, ist von jenem »Dämonischen«
angesteckt, welches der eigentliche Held der Novelle ist und das schlieÁŸlich in
der Person des »Zauberers« penetrant zwingende Gestalt gewinnt.
1930 war der bevorstehende Einbruch des Dämonischen
atmosphärisch schon zu spüren, dessen geschichtliche Verkörperung eine so
erschreckende Verwandtschaft mit dem Hypnotiseur Cipolla aufweisen sollte. Man
denke nur an das Nebeneinander des »Stärkungsgläschens, das immer wieder dazu
dienen muÁŸte, seiner Dämonie einzuheizen«, und der Reitpeitsche mit dem
Klauengriff, diesem »beleidigenden Symbol seiner Herrschaft, dieser pfeifenden
Fuchtel, unter die seine AnmaÁŸung uns stellte«. Der echte Schriftsteller ist
ein Seismograph, der die kommenden Erschütterungen registriert, schon bevor
ihre StöÁŸe uns erreichen.
Carl Sporn




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